Unsere Schule: Schulchronik


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Bauabschnitt der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim

Die 20er Jahre:

Tauberbischofsheim besaß um die Jahrhundertwende zwei "höhere" Schulen. Zum einen gab es das traditionelle Gymnasium und zum anderen die Aufbauoberrealschule, an der man ab 1928 ebenfalls das Abitur erlangen konnte. Einige Jahre später wurde jedoch die Verlegung der Aufbauoberrealschule von Tauberbischofsheim nach Buchen beschlossen. Dies hatte zur Folge, dass Tauberbischofsheim eine ihrer "höheren" Schulen verlor. Hatte man in Tauberbischofsheim zwar die Möglichkeit das Abitur zu erlangen, fehlte jedoch eine schulische Einrichtung, wie die Höhere Handelsschule, die die Grundlage für die Ausbildung in "mittleren Berufen" im Bereich Handel, Industrie und Verwaltung schaffte.

Die 30er Jahre:

Da in Tauberbischofsheim der Ruf nach solch einer Einrichtung immer lauter wurde und ein Erlass zur Einrichtung von Fachschulen 1925 erfolgte, stellte die Stadt Tauberbischofsheim am 14.01.1937 den Antrag auf Errichtung einer solch Höheren Handelsschule. Diese ermöglichte den Schülern ohne Berufsschulunterricht einen Beruf zu erlernen. Dem Antrag auf Errichtung dieser Schulform wurde umgehend vom Schulministerium stattgegeben. Bereits am 09.04.1937 konnte der erste Unterrichtstag in den Räumlichkeiten des Kurmainzischen Schlosses in Tauberbischofsheim stattfinden. Die Höhere Handelsschule baute auf die erworbenen Kenntnisse der Volksschule auf und man erlangte nach zwei beziehungsweise drei Jahren die "Mittlere Reife".
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Kurmainzisches Schloß (ehemaliges Schulgebäude der Höheren Handelsschule)

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Die erste Klasse der Höheren Handelsschule 1937/38

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Unterricht im Kurmainzischen Schloß

Zweiter Weltkrieg (1937- 1945):

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Schulbetrieb eingestellt. Alle männlichen Lehrkräfte und der damalige Schulleiter Alfons Woll wurden zur Wehrmacht eingezogen. Die einzig weibliche Lehrkraft, die bis zur Unterrichtsstilllegung sowohl kaufmännische als auch allgemeinbildende Fächer unterrichtete, musste ihren Dienst im Landratsamt antreten. Amerikanische Truppen besetzten am 31.03.1945 Tauberbischofsheim sowie das Kurmainzische Schloss. Infolgedessen gingen leider sämtliche Akten und Schulberichte der Höheren Handelsschule verloren. Jedoch wurden über Augenzeugenberichte einige Geschichtsdaten überliefert. Mit einer Sondergenehmigung des amerikanischen Militärs war die Höhere Handelsschule Tauberbischofsheim die erste Kaufmännische Schule in Nordbaden, die im Spätjahr 1945 wieder unterrichten durfte. Zum vorübergehenden Schulleiter wurde zu dieser Zeit Josef Albicker ernannt. Umfasste der erste Nachkriegsjahrgang 1945/46 59 Absolventen, soviel wie im Gründungsjahr 1937, verdoppelte sich zehn Jahre später 1954/55 die Schülerzahl der Abgänger auf 107.

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Josef Albicker (1964-1966)

Über 30 Jahre sollte diese Höhere Handelsschule eine erstrebenswerte und anerkannte Weiterbildungsmöglichkeit für Volksschulabsolventen aus dem Raum Tauberbischofsheim darstellen.

Die 50er Jahre:

1956/57 wurde nun endlich ein "Neubau der Handels- und Höheren Handelsschule mit Gemeinschaftshaus" in der Dr. Philipp-Adam-Ulrich-Straße erstellt, welcher im Laufe der kommenden Jahre immer wieder von Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen geprägt werden sollte.

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SchülerInnen der letzten Klasse, die noch im Kurmainzischen Schloß unterrichtet wurden

Die 60er Jahre:

Im Frühjahr 1966 übernahm Erich Rechenbach kommissarisch das Amt des Schulleiters. Mit Inkrafttreten einer neuen Schulreform in den 60er Jahren und der Einführung des 9. Schuljahres an Hauptschulen wurde am 07.09.1967 die Höhere Handelsschule durch die zweijährige Wirtschaftsschule ersetzt und zählt zu den berufsvorbereitenden Schularten. Hier bestand/ besteht weiterhin die Möglichkeit die "Mittlere Reife" (Fachschulreife) zu erlangen. Noch heute erfreut sich diese Schulart großer Beliebtheit.

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Heribert Janitza (1966-1985)

Oberstudiendirektor Heribert Janitza, damaliger Schulleiter der Wirtschaftsschule, erkannte zu diesem Zeitpunkt die Notwendigkeit der Einführung eines dreijährigen Wirtschaftgymnasiums. Er war der Meinung, dass man nicht nur auf mittlerem Bildungsniveau ein berufsbezogenen Schulabschluss erreichen könne (Wirtschaftsschule), sondern auch auf gymnasialer Ebene (Wirtschaftsgymnasium). Der gestellte Antrag für diese neue Schulform wurde von den entsprechenden Gremien genehmigt und bereits am 08.09.1968 für das Schuljahr 1968/69 der erste WG-Jahrgang mit 30 Abituranwärtern "eingeschult". Die Einführung von Wirtschaftsgymnasium und Wirtschaftsschule bildete die damalige Handelslehranstalt Tauberbischofsheim, heute bekannt als die Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim. Diese beiden Schularten genießen heute die gleiche Beliebtheit wie die frühere Höhere Handelsschule von 1937.

Die 70er Jahre:

Beherbergte das Kurmainzische Schloß die Höhere Handelsschule bei deren Gründung, so wurde in ihm 1970 das Tauberfränkische Landschaftsmuseum eröffnet.

Im Frühjahr/ Sommer 1971 legte der erste Abiturjahrgang am Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim seine Abiturprüfung ab. Die Nachfrage nach einem Schulplatz am Tauberbischofsheimer WG war so groß, dass man bereits im Schuljahr 1969/70 beschloss, einen zweiten Jahrgang mit 57 Absolventen einzurichten. Damit hatte sich die Zahl der Neuanmeldungen innerhalb eines Jahres fast verdoppelt. Dadurch wurde es notwendig weitere Fachräume, wie ein Sprachlabor, einen Phonotypiesaal (Phonotypie= Niederschreiben von Audiodiktaten), einen EDV-Raum sowie naturwissenschaftliche Labore, einzurichten. Durch die stattfindende Kreisreform 1972 gab das Oberschulamt Karlsruhe die Schulaufsicht an das Oberschulamt Stuttgart weiter. Zeitgleich war das Wirtschaftsgymnasium von vielfältigen Reform- und Schulentwicklungsplänen betroffen. Diese sicherlich schwere Zeit des Umbruchs managte der damalige Schulleiter Heribert Janitza hervorragend. Die Oberstufenreform 1978 ermöglichte die Anerkennung der Hochschulreife an Wirtschaftsgymnasien in allen Bundesländern. Von nun an konnten die WG-Abiturienten auch außerhalb Baden-Württembergs mit dem Abschluss der allgemeinen Hochschulreife studieren.

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Erste Abiturklasse 1971 (2.Reihe, links außen: heutiger Schulleiter Erich Deeg)

Die 80er Jahre:

Im August 1985 trat Oskar Muck die Nachfolge Heribert Janitza als Schulleiter an.

Die 90er Jahre:

Bis 1997 Manfred Maninger Schulleiter der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim wurde, übernahm Helmut Herrmann kommissarisch die Leitung der Schule. Im selben Jahr wurde der Anbau der naturwissenschaftlichen Räume fertiggestellt.

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Manfred Maninger (1997-2007)

Schulleiter Manfred Maninger starb völlig überraschend zehn Jahre später, im Jahre 2007. Seine Nachfolge trat Erich Deeg, einer der ersten Abiturienten der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim, im Februar 2008 an.

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Erich Deeg (ab 2008)

Heute:

Heute umfasst die Kaufmännische Schule die Wirtschaftsschule (Berufsfachschule Wirtschaft mit Abschluss Fachschulreife) mit derzeit 105 Absolventen, das Wirtschaftsgymnasium (mit Abschluss allgemeine Hochschulreife) mit 251 SchülerInnen, das Kaufmännische Berufskolleg I & II (wobei die Fachhochschulreife nur bei Berufskolleg II erworben werden kann, ggf. Abschluss zum "Staatlich geprüften Wirtschaftsassistenten") mit 128 Absolventen sowie die traditionelle Kaufmännische Berufsschule (Abschluss variiert nach Ausbildungsberuf), die derzeit von 242 Berufsanfängern besucht wird. Aktuell werden die Schüler und Schülerinnen von 50 Lehrkräften unterrichtet.

In selbem Maße wie das "Schulbäumchen" inmitten des Berufschulzentrums seit seiner Einweihung im Jahre 1957 zu einem prächtigen Baum anwuchs, entwickelte sich die Kaufmännische Schule von einer zunächst provisorischen Lehranstalt zu einem kreisbekannten Zentrum der wirtschaftspädagogischen Einrichtungen.

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Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim: 75 Jahre Kaufmännische Schule Tauberbischofsheim, StieberDruck GmbH, TBB 1997

ArtikelschreiberArtikel: Isabel Klebes MailIsabelKlebes@gmx.de








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