WG 11/1 Theater (Schuljahr 2011-12)


Theaterworkshop aus drei Perspektiven

  • Feedback von Florentine


    Freitag, 08.15 Uhr: Wir alle haben ganz gespannt im Klassenzimmer 121 auf Herrn Schenck und die Theaterpädagogin Frau Vanessa Prinz gewartet. Keiner wusste so genau, was uns so erwarten würde. Natürlich wussten wir, dass Herr Schenck immer recht "skurrile", aber originelle Einfälle hat. Genau deswegen waren wir auch so gespannt, aber auch skeptisch, was da nun auf uns zukommen würde. Herr Schenck hatte uns extra den Tag zuvor gewarnt und gesagt, dass wir bequeme und etwas ältere Kleidung anziehen sollten, da wir durchs Klassenzimmer rutschen, rennen, krabbeln ..usw. müssten. Zuvor hatten wir schon die Tische zur Seite geräumt und ganz viel Platz im Klassenzimmer geschaffen für jede Menge Spaß und Aktion.

    Als dann Frau Prinz kam, hat sie sich uns als Erstes vorgestellt. Sie kommt aus Bruchsal und ist extra für uns eine anderthalb Stunden mit dem Auto angereist. Sie war jetzt schon zum zweiten Mal an unserer Schule. Auch unser stellvertretender Schulleiter- und Direktor Herr Rudolf, hieß Frau Prinz herzlich willkommen. Selbstverständlich hat Herr Schenck auch dieses Mal den Theaterworkshop organisiert. Ist ja klar, welcher Lehrer hätte denn sonst so eine Idee?! Aber das mit dem Theaterworkshop war schon eine super Sache, von der ich jetzt berichte:

    Wir setzten uns in einen Stuhlkreis. Auffällig war, dass eine Hälfte des Kreises nur aus Jungs bestand und die andere Hälfte nur aus Mädchen. Eigentlich schon komisch, solche "Ihh-Jungs-Mädchen-Verhältnisse" noch in der 11ten Klasse zu bemerken. Naja, auf jeden Fall hat Frau Prinz uns dann angeboten sie zu "duzen", wahrscheinlich um Distanz abzubauen und um eine lockere, offene Atmosphäre zu schaffen. Gleich danach folgte ein "Kennenlernspiel". Dieses war mal eine andere Art und Weise, wie man sich kennenlernen kann. Wir überlegten uns ein Adjektiv zum eigenen Vornamen. Das Adjektiv sollte mit dem Buchstaben anfangen, mit dem auch der Vorname anfängt. Zum Beispiel in meinem Fall: Florentine - die freche Florentine. Ich fand das Spiel sehr spaßig, da bei manchen sehr lustige Adjektive vor dem Vornamen standen. Manche passten teilweise nicht zu der Person und andere wiederum passten perfekt.

    Gleich danach ging es in der Praxis auch zackig weiter. Frau Prinz erzählte, dass beim Theater weniger die Theorie als vielmehr die Praxis von Bedeutung sei. Bevor man überhaupt in andere Rollen schlüpfen kann, sollte man seine Beine, Arme, Handgelenke, Zunge, Stimmbänder.. etc. warm machen. Beim Theater ist es sehr wichtig, dass man jeden Buchstaben ganz genau und deutlich ausspricht. Vor allem bei den drei gefährlichen Buchstaben, die sich sehr ähnlich anhören, wie es sind: T und D, B und P, K und G.

    Nach dem Warmmachen ging es auch gleich über zu den Wahrnehmungsübungen. Wir sollten uns vorstellen, dass wir hier im Klassenzimmer noch nie gewesen sind und einen Schwamm oder eine Jacke zum Beispiel gar nicht kennen. Wir Schüler sollten dann die einzelnen Gegenstände ganz genau beobachten und ausprobieren, was man denn damit alles so machen kann. Selbst die Klassenkameraden sollte man nicht kennen und sie so anfassen, als ob sie gefährlich wären. Diese Übung fand ich jetzt nicht so toll, da ich mir nicht so richtig vorstellen konnte, in meinem Klassenzimmer noch nie gewesen zu sein. Und warum sollten meine Klassenkameraden gefährlich sein? Das war aber auch die einzige Übung, die mich nicht überzeugt hat.
    . . .

  • Weiter ging es mit den Impulsübungen. Man sollte sich zu zweit gegenüberstellen und den Partner nachahmen. Das wiederum hat mir sehr gut gefallen, denn es war total lustig und mal etwas ganz anderes. Mitdenken musste man dabei schon ein bisschen, da immer alles spiegelverkehrt nachgeahmt werden musste. Es folgte eine Vertrauensübung, bei der man seinem Partner die Hand geben und die Augen schließen musste. Dieser führte einen blind durch das Klassenzimmer. Als ich an der Reihe war zu "führen", bemerkte ich, wie schwer es anderen fiel, sich auf den Partner zu verlassen und ihm ganz zu vertrauen. Vor Angst und Unsicherheit haben manche dann doch die Augen aufgemacht und geguckt. So ziemlich zum Schluss hat Frau Prinz vier Emotionsfelder auf den Boden aufgemalt. Das eine war wütend, das andere war traurig und die anderen beiden waren jeweils fröhlich und freaky. Die Aufgabe bestand nun darin, sich einen Satz auszudenken, den wir dann in allen vier verschiedenen Emotionen mit Mimik und Gestik darstellen sollten. Zum Beispiel hatte einer den Satz: "Die Hose ist rot" mal freudig, mal traurig??? vorgetragen. Diese Übung hatte mir am besten gefallen, da ich hier ganz neue und andere Seiten an einzelnen Mitschülern entdeckt habe, was ich davor nicht erwartet hätte. Man hatte gesehen, wie viel Spaß es jedem Einzelnen gemacht hat. Auch Herr Schenck hatte diese Übung mitgemacht, was ich sehr gut fand.
    Ganz zum Schluss wurde von uns einiges verlangt, was fast schon schauspielerisches Können von uns forderte. Jeder hat einen Zettel gezogen, auf dem ein Begriff stand: Zum Beispiel Arzt. Dann mussten zwei Schüler in die jeweils erfundenen Rollen schlüpfen und 2-3 Minuten ein Spiel improvisieren. Manchmal war es sehr amüsant, da manche Rollen einfach nicht zusammenpassten, wie zum Beispiel Meerjungfrau und Dornröschen. Die Spieler brauchten hierbei sehr viel Fantasie, um sich überhaupt in die abverlangten Rollen hineinversetzen zu können.

    Mehrere Schüler betonten, dass der Tag einem auch in Hinsicht aufs "Präsentieren vor der Klasse" geholfen hat. Man hat jetzt nicht mehr so viel Lampenfieber vor der Klasse zu stehen wie zuvor. Zum Schluss bedankte sich Herr Rudolf bei Herrn Schenck und Frau Prinz mit einem kleinen Präsent. Ich denke, ich spreche im Namen aller Schüler, wenn ich sage, dass die 90 Minuten einfach toll waren und dass man viel Neues und Hilfreiches mit nach Hause genommen hat. Man konnte mal aus sich herausgehen und andere Seiten an sich selbst und auch an seinen Mitschülern entdecken. Außerdem war dieser Schultag mal etwas ganz anderes und hat sich von dem gewöhnlichen Schulalltag abgehoben. Dabei begleitend wurden viele Fotos gemacht, bei denen der eine oder andere bestimmt im Nachhinein sehr über sich wird lachen können.

    Ich selber möchte natürlich auch meinen Dank aussprechen:

    Vielen Dank, Frau Prinz, dass Sie den weiten Weg auf sich genommen haben, um zu uns zu kommen. Ich denke, das Erlebnis war einmalig und das wird wohl auch so schnell nicht aus den Schülerköpfen verschwinden. Natürlich möchte ich mich auch bei Herrn Schenck bedanken, dass er das ganze "Theater" auf die Beine gestellt hat und für uns seine beiden kostbaren Deutschstunden geopfert hat. Unsere ganze Klasse weiß das zu schätzen!!!

    img1 Artikel: Florentine von Knobelsdorff
    MailFlorentine94@gmx.de



  • Feedback von Nikola

    … Das erste Spiel hieß TIK-TAK-TOK. Je nachdem, ob wir nach links, rechts oder vorne klatschten, mussten wir tik, tak oder tok sagen. Das forderte Konzentration von uns und die Klasse bemühte sich, auch wenn der ein oder andere mal einen kleinen Fehler gemacht hat.

    Nachdem wir das hinter uns gebracht haben, spielten wir Außerirdische, die noch nie auf der Erde waren und sich jetzt mal umschauen. Also liefen wir kreuz und quer durch das Klassenzimmer, banden uns Schals um den Kopf, versuchten sie zu essen oder schauten uns begeistert den Boden etwas genauer an. Das hat richtig viel Spaß gemacht und es war witzig zu sehen, was manche mit den uns "unbekannten" Dingen so anstellten. Dann sollten wir uns gegenseitig unter die Lupe nehmen, schließlich begegnet man nicht jeden Tag anderen Außerirdischen ;).

    Das 4-Emotionen-Feld! Jeder sollte sich einen Satz ausdenken und wir teilten eine kleine Fläche in vier Felder ein. Je nachdem, in welchem Feld man sich befand, mussten wir den Satz wütend, fröhlich, traurig oder freaky aufsagen. Einige trauten sich kaum, doch andere blühten bei der Aufgabe richtig auf. Sie brüllten laut oder man hatte manchmal das Gefühl, sie seien wirklich ein bisschen freaky ;). Der Höhepunkt der Aufgabe war, dass sich unser Lehrer der Herausforderung stellte. Eine Schülerin machte davon fleißig Bilder, so ein Moment muss schließlich festgehalten werden! ;) Erleichtert, das hinter uns gebracht zu haben, machten wir uns mit bester Laune an die letzte Aufgabe.

    Frau Prinz gab uns Zettel, auf denen verschiedene Rollen standen. In diese mussten wir dann schlüpfen und spontan mit einem Par5tner etwas improvisieren. Bei dieser Übung haben wir am meisten gelacht, weil es einfach grandios war, wie manche ihre Rolle spielten. Also beobachteten wir gespannt, wie die anderen Rotkäppchen, David Hasselhoff und viele andere imitierten.
    Das war der krönende Abschluss!

    Wir gaben Frau Prinz unser Feedback, das natürlich gut ausgefallen ist und wir bedankten uns für ihr Engagement. Die Stillen konnten aus sich rausgehen und es tat gut, gemeinsam mit der Klasse so viel Spaß zu haben. So könnte der Deutschunterricht öfter sein! :)









    img1 Artikel: Nikola Dschymalla
    MailNikolaDschymalla@gmx.de


  • Feedback von Milla


    Am 21.10.2011 war Frau Prinz, eine Theaterpädagogin, in unserer Klasse. Als uns Herr Schenck dies gleich am Anfang des Schuljahres berichtete, hab` ich mir eigentlich nichts dabei gedacht. Hab’ es einfach auf mich zukommen lassen, es war ja noch gaaaanz weit weg. Aber als er mich dann fragte, ob ich darüber einen Bericht schreibe mit “viel Gefühl” hab’ ich mir nur gedacht: ,,Oh ne, darauf hab ich ja mal gar keine Lust und wo soll ich denn bitte die Zeit dafür hernehmen!” aber nun ja, jetzt habe ich ihn halt geschrieben und bin mal ganz ehrlich und direkt wie immer. Aber Herr Schenck sagt ja auch immer, wir sollten unsere ehrliche Meinung ausdrücken und darum mach’ ich das jetzt auch.

    Also, wie gesagt, Frau Prinz war bei uns. Sie ist extra aus Bruchsal angereist und das am frühen Morgen. Ganz ehrlich, ich würde mir das nicht antun, um ca. fünf Uhr aufzustehen, nur um mich mit 30 müden Jugendlichen rum zu plagen. Denn, ehrlich, wenn jemand das Wort ,,Theaterworkshop” hört, ist bestimmt nicht das Erste, was er denkt: “Hurra! Endlich, davon hab’ ich schon immer geträumt!”, sondern eher so was wie: “Geil, kein Deutsch”. Aber sie war ja zum Glück anderer Meinung als ich, denn schließlich ist sie gekommen.
    Am Anfang kam natürlich wie immer eine Vorstellungsrunde. Jeder musste seinen Namen sagen mit einem Wort, welches ihn beschreibt und mit seinem Anfangsbuchstaben beginnt. Da waren teilweise so unsinnige Sachen dabei, bei denen man gedacht hat, wie kommen die nur auf so was. So viel Fantasie möchte ich auch mal haben.

    Dann ging es weiter mit dem Aufwärmen von Stimme, Körper plus Konzentration.
    Das Aufwärmen der Stimme war für mich nichts Neues, da ich seit mindestens sieben Jahren im Chor war und dadurch schon daran gewöhnt. Es ist schließlich nicht viel anders abgelaufen wie sonst. Und obwohl das für mich nicht neu war oder vielleicht gerade deswegen, fand ich es interessant. Denn während sich die anderen darauf konzentriert haben, das alles auszuführen, konnte ich das ja praktisch schon automatisch und konnte darum auch die anderen beobachten. Es war richtig amüsant, muss ich sagen.


    . . .


  • Anschließend haben wir Wahrnehmungsübungen gemacht. Dabei mussten wir einen imaginären Gegenstand immer weiter reichen und sich immer wieder etwas Neues einfallen lassen. Da konnte man seiner Fantasie freien Lauf lassen, es wurde zum Beispiel aus einem Kugelschreiber ein Schrank.

    Und ich glaube, das, wo man sich richtig zum Vollhorst hat machen können, war das Gefühls-Viereck. Man sollte einen Satz in vier Gefühlsformen darstellen. In unserem Fall jetzt wütend, fröhlich, traurig und freaky. Es war richtig toll, wie alle aus sich rausgekommen sind und mitgemacht haben. Plötzlich kamen bei der nächsten Übung Schüler aus der Parallelklasse in das Klassenzimmer und wir haben das teilweise sogar gar nicht wahrgenommen. Es hat mich selbst überrascht, wie gebannt wir davon waren. Es kam wirklich keine Reaktion von unserer Seite, als die anderen Schüler auftauchten, da war ich echt baff. Vor allem kannten wir die Leute teilweise. Das hätte ich echt nicht gedacht. Ich weiß nicht, woran das lag, aber ich vermute mal sehr stark weil wir uns so auf den Workshop fixiert hatten. Aber vor allem hatten wir Spaß daran.
    Und das ist immer das Wichtigste, dass man Spaß hat oder wenigstens interessiert ist bzw. diszipliniert genug nicht zu stören, wenn man nicht daran interessiert ist , denn, wenn das nicht da ist, kann das gar nichts werden. Wir haben uns vor der ganzen Klasse zum Deppen gemacht und es tat gut. Es war schlicht genial. Man kennt sich am Anfang ja kaum, vielleicht Einzelne untereinander, aber das war’s auch schon. Einfach die Hemmungen abzulegen, sich selbst hinstellen und zum Affen machen, tat gut. Natürlich auch sehen, wie sich alle anderen lächerlich machen. Ich meine, wer sagt, dass er es nicht genießt, wenn andere sich selbst zum Deppen machen, lügt, jeder hat Schadenfreude. Aber nicht nur das vor allem Spaß daran zu haben, wenn jemand aus sich raus kommt, dabei zu sein und es zu sehen, wie die Person denn eigentlich so ist, war toll. Natürlich kennen wir uns jetzt nach den zwei Stunden mit Frau Prinz nicht total gut und jeder weiß alles von jedem und jeder, weiß, wie der andere so tickt, nein, ganz sicher nicht, aber vielleicht legt der ein oder andere jetzt seine Hemmungen etwas ab und kommt mehr auf einen zu, hat eventuell sogar mehr Vertrauen in einen als vorher, denn, wenn man sich schon voreinander lächerlich gemacht hat, bindet das schon irgendwie.

    Mein Fazit aus den zwei Mal ,,ganz anderen” Stunden ,,Deutsch” ist sehr positiv. Ich hab’ die Zeit genossen und auf jeden Fall viel Spaß gehabt. Also, wenn Herr Schenck mal wegen eines Theaterworkshops auf euch zu kommt, rennt nicht gleich weg. Nur, weil Herr Schenck viel fordert, heißt es noch lange nicht, dass man auf die Erfahrung so etwas mitzumachen verzichten sollte. Ich kann zwar nur für mich sprechen aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht die Einzige war der es gefallen hat, es genossen hat die eigenen Klassenkameraden und vor allem Herrn Schenck zu sehen, wie sie sich alle herrlich lächerlich machen und Spaß haben.

    img1 Artikel: Milla Windermud
    MailMilla.Windermud@gmx.de












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