Papstbesuch in Freiburg

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Die Schwestern des Kloster Sießen feiern ihr Franziskusfest normalerweise am letzten Sonntag im September, doch dieses Jahr kam ihnen „der Papst dazwischen“. Da sie kein „Gegenangebot“ zum Papstbesuch machen wollten, boten sie statt des normalen Franziskusfests einfach die Fahrt zum Papstbesuch nach Freiburg an. Dort sollte dann das Franziskusfest vor der Vigilfeier stattfinden. Bevor wir zum Papst gehen würden, hätten wir eigentlich noch ein bisschen Zeit für Begegnungen zum Kennenlernen haben sollen, sodass ein Wir-Gefühl hätte entstehen sollen.



Am Samstagmorgen stieg ich also zusammen mit vielen weiteren Jugendlichen aus der Umgebung Bad Mergen-
theim in den Bus nach Stegen. Da wir schon um 6 Uhr am Bus sein mussten, waren viele noch sehr müde und so begann die Fahrt sehr ruhig. img1Erst zum Morgenlob wachten dann alle wieder auf. Nach dem Morgenlob wurden dann auch die weißen Caps mit dem Motto „Go[o]d is my future“ ausgeteilt. Die Caps waren das besondere Erkennungszeichen der über Kloster Sießen angemeldeten Pilger. In Stegen angekommen wurde erst mal das Gepäck ausgeladen. Mit Schlafsack, Isomatte und Rucksack bepackt sind wir dann in die Turnhalle gegangen. Als wir uns drinnen ausbreiteten, war mein erster Gedanke: Das ist irgendwie Weltjugendtags-Feeling, nur mit dem Unterschied, dass hier jeder mehr Platz als 2 Quadratmeter hat.

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Nach einem kurzen Fußmarsch zur Turnhalle des Kollegs St. Sebastian wurden wir von Sr. M. Klara und Sr. M. Hanna begrüßt. Die Kreativgruppe hatte sich zum Thema des Papstbesuches, wo Gott ist, da ist Zukunft, ein kleines Rollenspiel ausgedacht. In dem Rollenspiel ging es um eine junge Frau, die vor dem Fernseher eingeschlafen war und in der Tiefschlafphase dann einen Engel traf, der ihr die Zukunft, so wie sie sich die Zukunft vorstellt, zeigte.
Los ging es mit dem Traumjob über Shopping, Discobesuch, img1 Sonnen mit Freundinnen am Strand und natürlich, wie eine Wunschfamilie aussehen würde. Das alles war zwar für kurze Zeit immer super, aber nach einer Weile schrie sie immer verzweifelt Stopp. Zum Schluss zeigte der Engel ihr dann die Zukunft, so wie Gott sie sich vorstellt. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Einblicken in die Zukunft war diese Zukunft bunt und fröhlich. Es ist zwar nicht unwichtig sich Gedanken um die Zukunft zu machen, aber auch Gott hat eine Vorstellung von Zukunft.


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Da wir zur Begrüßung des Papstes auf den Münsterplatz in Freiburg eingeladen worden waren und sogar Ehrengast-Tickets hatten, blieb keine Zeit mehr für vorbereitete Workshops. Mit den Bussen ging es dann nach Freiburg. Auf dem Münsterplatz suchte ich zusammen mit ein paar anderen einen Platz ganz vorne an der Absperrung. Dort standen wir und warteten ganz gespannt auf den Papst. Schließlich kam Papst Benedikt XVI. und alles jubelte. Vorher hatten wir abgesprochen, was wir als Sprechchor schreien würden, aber da wir etwas weiter von der Großgruppe weg waren, waren wir erst unsicher, aber schließlich riefen wir auch: Benedikt! Wo Gott ist, da ist Zukunft! Immer wieder und wieder. Er stieg tatsächlich nicht weit von uns aus dem Papamobil aus und ich musste mit meiner Kamera gar nicht weit heran zoomen. Das war echt toll, nur die vielen Security-Leute waren ein bisschen im Weg.

Nachdem er kurz im Münster verschwand, fand die Begrüßung leider etwas weiter weg von mir und der Kleingruppe entfernt statt. Immer wieder riefen wir im Chor mit den anderen: Benedikt! Wo Gott ist, da ist Zukunft!
Nach der Begrüßung durch Erzbischof Dr. Robert Zollitsch und ein paar Worten des Papstes an die Menschenmenge, stieg der Papst wieder ins Papamobil und wir machten uns auf den Weg zurück zu den Bussen. Bei so einer großen Gruppe und verschiedenen Bussen ist es nicht sonderlich verwunderlich, dass ich aus Versehen zwar mit unserer Großgruppe mitlief, aber am falschen Busparkplatz rauskam. Aber nach kurzer Suche fand ich dann den Weg wieder zurück zum Bus und der fuhr uns zum Messegelände. Auf dem Messegelände hatten wir auch unglaublich gute Plätze und die Workshops konnten zwar nicht in dem geplanten Rahmen stattfinden, aber sie fanden statt. Freundschaftsarmbänder knüpfen und Taukreuze basteln. Mitten unter uns saß Weihbischof Thomas Maria Renz und bastelte ein Taukreuz. Das war echt genial und für mich fühlte sich das wieder wie auf dem Weltjugendtag an.

Menschen, die sich nicht kannten, unterhielten sich freundschaftlich miteinander, sangen Lieder zusammen und hatten zusammen eine geniale Zeit. img5 Mit Musik von der Newcomerband Rathsfeld und dem SWR3-Duo Volker Janitz und Anetta Politi fand das Jugendfestival „young and faithful“, bei dem die Jugendlichen auch aktiv mitmachten, ab 15 Uhr statt. Nach einem kurzen Einsingen, was nicht überall gut ankam und auch für meinen Geschmack total überflüssig war, kam dann der Papst im Papamobil. Erst blieben ich und zwei Freundinnen stehen und wir verfolgten aus der Ferne, wie der Papst im Papamobil vorbeifuhr, aber dann endeckten wir, dass an einem Abschnitt an der Absperrung nicht viel los war und wir ließen alles stehen und liegen und rannten zur Absperrung. Geschätzte 3 bis 4 Meter vor uns fuhr das Papamobil vorbei und wir hatten wieder eine sehr gute Gelegenheit zum Fotografieren. Da wir einfach so losgerannt waren, img6 mussten wir erst mal unsere Rucksäcke und uns gegenseitig wieder finden. Bei Sonnenuntergang begann die Vigilfeier. Den Christus-Hymnus, der am Anfang gesungen wurde, kannte ich schon vom Weltjugendtag und auch hier in Deutschland bekam ich während des Liedes eine Gänsehaut. Ich bewunderte die jungen Menschen, die vor einer so großen Menschenmenge ihren Glauben bezeugt haben. Die Stimmung auf dem Feld stieg weiter an, als das Licht weitergegeben wurde. Es war inzwischen schon sehr dunkel geworden und das Licht der Kerzen unterstrich die Atmosphäre. Gänsehautfeeling pur. Es fühlte sich wirklich unbeschreiblich schön an mit so vielen anderen Jugendlichen aus ganz Deutschland zu beten und zu singen. Papst Benedikt sprach vom Licht, das in jedem leuchtet und somit die Liebe Christi in die Welt bringt. Auf der Leinwand konnten wir das Lichtermeer von oben sehen und das war wirklich sehr beeindruckend.

Nachdem der Papst wieder im Papamobil weggefahren war, traten Künstler des Europaparks auf und später spielte die Band Ararat sehr bewegende und wunderschöne christliche Lieder. Leider konnten wir nicht bis zum Schluss bleiben, weil wir noch vor 24 Uhr in der Halle in Stegen sein sollten. Also brach ich zusammen mit einer Kleingruppe Richtung Hauptbahnhof auf. Wir mussten kreuz und quer durch die Stadt, und als wir endlich am Bahnhof angekommen waren, war ich sehr müde. Aber nach der Fahrt mit dem Zug nach Kirchzarten mussten wir noch eine kleine, unbeleuchtete Strecke nach Stegen laufen. Dort angekommen fiel ich sehr, sehr müde in den Schlafsack und wachte erst am nächsten Morgen auf, als die Hallenleiter uns mit dem Lied „Steh auf, bewege dich“ weckten. Rucksack für den Tag packen und Lunchpakete abholen und dann mit dem Bus nach Freiburg fahren. Etwa anderthalb Stunden wanderten wir zum Abschlussgottesdienst. Spontan sangen wir Lieder, während wir wanderten. Endlich auf dem Gelände angekommen wurde erst mal das Lunchpacket genau unter die Lupe genommen und gefrühstückt. Als das Papamobil dann die geplante Route abfuhr, standen wir auf den Bänken und jubelten.
Das Wetter war sehr gut und die Stimmung auf dem Flughafengelände noch viel besser. So feierte ich mit ca. 100.000 anderen Gläubigen die Heilige Messe.

Ich als Evangelische hätte mir nur gewünscht, dass von unserem „deutschen Papst“ beim Besuch in seinem Heimatland deutliche Signale für die Weiterentwicklung der Ökumene angesprochen worden wären. Gerade jetzt auch im Hinblick auf 450 Jahre Reformation.

Artikelschreiber ArtikelschreiberArtikel: Franziska Oehm   Mailfranziska.oehm@winzerhof-oehm.de


ArtikelschreiberFotos: Franziska Oehm
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