Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim: Die drei einjährigen Seminarkurse präsentieren ihre Ergebnisse

Öffentliche Präsentation am Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim

img1Tauberbischofsheim. Am Freitag 11 Uhr war es endlich so weit: Die intensive Arbeit in Kleingruppen, welche die Seminarkursteilnehmer im letzten Jahr geleistet haben, sollte in der öffentlichen Präsentation der Ergebnisse ihren Höhepunkt finden. Souverän führten die Moderatoren durch das Programm und genauso souverän präsentierten die Schüler ihre Themen. In drei Seminarkursen zu verschiedenen Themen haben die Schüler ein Jahr lang neben dem „normalen“ Unterricht interessiert und engagiert recherchiert, geschrieben und präsentiert. Dafür kann durch den Seminarkurs entweder eine schriftliche oder eine mündliche Prüfung im Abitur ersetzt werden. Darauf wiesen auch die Moderatoren der Präsentation hin, denn dies sei für sie eine Motivation gewesen, den Seminarkurs zu besuchen. Allerdings, so klärten sie die Schüler der Eingangsklasse des Wirtschaftsgymnasiums und zukünftigen Seminarkursler auf, reiche dieser Aspekt als Motivation nicht aus: Man müsse bereit sein, sich intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen, Literatur auszuwerten, Interviews zu führen, manchmal sogar „Detektivarbeit“ zu leisten, wenn Themen so speziell sind, dass es kaum Literatur darüber gibt, sowie Ergebnisse zusammen zu tragen, um am Ende des Schuljahres eine fundierte Dokumentation schreiben zu können und eine ansprechende Präsentation darzubieten.

img1Den Höhepunkt dieser intensiven Arbeit bildet dann – sozusagen als Abschluss – die öffentliche Präsentation, bei der die Schüler all das zeigen können, was sie in diesem einen Jahr erarbeitet und gelernt haben. In der mit Schülern der Eingangsklasse, der Jahrgangsstufe 1 sowie interessierten Lehrern gefüllten Aula der Kaufmännischen Schule Tauberbischofsheim präsentierten die drei Seminarkurse Auszüge aus ihrer Arbeit. Begonnen wurde mit einem Moderatorenteam, das erklärte, was einen Seminarkurs ausmacht, wie man dort arbeitet und welche Fähigkeiten und Werte dieser vermittelt. Einig waren sich die Schüler darin, Qualifikationen erworben zu haben, deren Nutzen über die Schulzeit hinausreicht. So würden vor allem Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Zeitmanagement und wissenschaftliches Arbeiten erlernt, die auch im Studium und Beruf immer mehr an Bedeutung gewinnen. Im Folgenden stellten dann die Schüler des Seminarkurses von Frau Schlosser – Helbig und Herrn Gräf, der das Rahmenthema „Ökonomie interkulturell“ beinhaltete, ihre Arbeitsergebnisse vor. Sie beleuchteten das Wirtschaftswunder in China kritisch, denn „wer im Licht steht, wirft auch Schatten“, stellten die Frage, ob „Widerstand zwecklos“ sei, wenn ein Land von der Drogenökonomie abhängt wie zum Beispiel Kolumbien, zeigten auf, wie sehr das Leben eines Kindes von dem Land abhängt, in dem es geboren wurde, und fragten sich, ob den Immigranten die Chance auf ein besseres Leben in Deutschland geboten wird. Um an empirische Daten zum Thema „Legalisierung von Drogen“ zu gelangen, schickten Schüler der Arbeitsgruppe „Versuchung der Droge – Widerstand zwecklos?“ sogar eine Umfrage an die Universität von Maastricht in den Niederlanden. An die Ausführungen dieses ersten Kurses schlossen sich die Teilnehmer des Seminarkurses von Frau Ebeling und Frau Mühleck an, der mit dem Titel „Unsere Region“ den Schülern oft mangels vorhandener Literatur intensive Forschungsarbeit abverlangte. So zeigten einige Schüler einen Film über Tauberbischofsheim, der das Thema Stadtentwicklung verdeutlichte, und eine Seminarkursteilnehmerin referierte über den Umgang mit den Juden im Taubertal, vor allem in Creglingen und Tauberbischofsheim zur Zeit des Nationalsozialismus. Um ihre Ergebnisse zu überprüften, reiste Eva Uehlein mit dem Oberstudienrat i.R., Herrn Ghiraldin, der die Schüler in ihrer Arbeit tatkräftig unterstützte, sogar nach Israel, um mit Frau Sass, einer der wenigen überlebenden Tauberbischofsheimer Juden, zu sprechen. Auch welche Perspektiven das „liebliche Taubertal“ als Urlaubsregion bietet und welchen Einfluss das Kloster Bronnbach auf die Region hatte bzw. hat, wurde beleuchtet.

Den Abschluss bildete dann der Seminarkurs von Frau Müller und Herrn Langenbrink mit dem Rahmenthema „Ökologie als Wirtschaftsfaktor“, bei welchem stellvertretend für alle Kleingruppen die Seminarkursteilnehmer mit dem Thema „Ökoprodukte auf dem Prüfstand – Top oder Flop?“ ihre Ergebnisse vorstellten. Sie beleuchteten verschiedene Aspekte von der ökologischen Landwirtschaft über die artgerechte Tierhaltung und den gesundheitlichen Aspekten bis hin zum alternativen Bauen, wobei sie „Masdar City“, geplant als nachhaltige Stadt, als Beispiel vorstellten. Besonders eindrucksvoll war die Verdeutlichung, wie viel Platz einem Huhn in konventioneller Landwirtschaft und wie viel Platz einem Huhn auf einem Biobetrieb zugestanden wird: Die Schüler zeigten dies anhand eines Pappkartons, der auf die jeweilige Größe zugeschnitten wurde. Im Anschluss an die Präsentation hatten alle Interessierten die Möglichkeit, die Seminarkursteilnehmer über ihre Themen zu befragen und einmal zu schauen, wie eine Dokumentation aussieht, wenn sie fertig gebunden auf dem Tisch liegt. Wegen des großen Interesses bietet das Wirtschaftsgymnasium auch im nächsten Schuljahr wieder zwei Seminarkurse an.

ArtikelschreiberArtikel: WGTBB

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ArtikelschreiberFotos: WGTBB

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