Parteienvergleich zur Landtagswahl 2011

FDP, Die Linke



img1
img1
img1
img1
Ulrich Goll Rolf Grüning
Justizminister und Integrationsbeauftragter des Landes Baden-Württemberg sowie Spitzenkandidat der FDP bei den Landtagswahlen
Kandidat der Linken für die Landtagswahlen und Rechtanwalt in Tauberbischofsheim
Aus welchen Gründen haben Sie sich dazu entschieden, bei der FDP bzw. der Linken Politiker zu werden?Die FDP entspricht meinen politischen Vorstellungen von allen Parteien mit Abstand am besten. Politik soll meiner Meinung nach dafür sorgen, dass es den Menschen gut geht, und zwar nicht nur wirtschaftlich. Die Menschen sollen sich frei entfalten und selbst über ihr Leben bestimmen können. Der Staat soll sich in das Leben der Menschen nicht mehr einmischen als nötig. Er soll vor allem nicht immer nach neuen Wegen suchen, den Bürgern Vorschriften zu machen. Es ist viel besser, wenn es sich für die Menschen lohnt, selbst ihr Leben in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Außerdem soll die Politik mutig die Zukunft unseres Landes gestalten und nicht nur die Vergangenheit verwalten. Alle diese Anliegen sind auch Kernforderungen der FDP, und deshalb ist sie für mich die beste der vorhandenen Möglichkeiten, Politik zu machen. Bei meiner beruflichen Tätigkeit werde ich tagtäglich mit den Problemen der Arbeitnehmer, Arbeitsloser, Harz IV Empfänger, Rentner und Kranken konfrontiert. Hierbei habe ich erkannt, dass, wenn man den Menschen nachhaltig helfen will, sich an unserer Politik grundsätzlich etwas ändern muss, da CDU, SPD, FDP und Grüne die Interessen der Menschen schon lange nicht mehr vertreten. Als sich dann im Jahr 2004 die WASG (eine der Vorgängerinnen der heutigen LINKEN) bundesweit zu bilden begann und sich im Main-Tauber-Kreis diesbezüglich nichts tat, habe ich mich mit ein paar Mitstreiterinnen und Mitstreitern gefragt, wenn nicht wir, wer dann wird dafür sorgen, dass bezüglich der WASG der Main-Tauber-Kreis kein weißer Fleck auf der Landkarte bleibt, so dass wir dann den Kreisverband der WASG gegründet haben.
Ihr Alltag ist vermutlich vor allem durch Stress und Hektik geprägt. Was sind Ihre persönlichen Strategien für Stressabbau und klares Denken?Ich gehe regelmäßig morgens joggen. Das hilft mir beim Stressabbau. Ansonsten sorgt das Familienleben mit meiner Frau und meinen fünf Kinder dafür, dass ich die Bodenhaftung nicht verliere. Zum Stressabbau gehe ich Joggen oder fahre Rad und die besten Gedanken in kniffligen Angelegenheiten bekomme ich oft beim Duschen.
Am 27.März 2011 wird bei uns in Baden-Württemberg gewählt. Was hat uns, speziell als Schüler und angehende Erwachsene, Ihre Partei zu bieten?Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen, wie gut Baden-Württemberg in Deutschland und Europa dasteht: Die baden-württembergischen Schulen sind zu Recht überall hoch angesehen. Die Lage am Arbeitsmarkt in Baden-Württemberg ist hervorragend. Es gibt genügend Ausbildungsplätze für junge Menschen und die Jugendarbeitslosigkeit ist so niedrig wie sonst nirgends in Deutschland. Unser Land steht sehr gut da und davon können Sie selbst während Ihrer Schulzeit und danach profitieren. Das alles kommt nicht von ungefähr. Neben dem unermüdlichen Einsatz der Menschen im Land müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Und das tun sie bei uns im Land. Diese gute Lage ist auch ein Verdienst der erfolgreichen Arbeit der Landesregierung, und ganz wesentlich auch der FDP. Gleichzeitig achtet die FDP in der Regierung darauf, dass das Land möglichst keine Schulden mehr macht - die müssten nämlich vor allem Sie als junge Leute in Zukunft abbezahlen. Und wir verhindern, dass eine Politik gemacht wird, die alles im Leben genau regeln, kontrollieren und am besten verbieten will - denken Sie zum Beispiel an das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen. Wenn Sie also an Generationengerechtigkeit, persönlicher Freiheit und einer sicheren Zukunft des Landes interessiert sind, ist die FDP Baden-Württemberg eine gute Wahl. Unsere Politik soll selbstverständlich allen zugute kommen, also auch Schülern und angehenden Erwachsenen. Bildung muss von der Kita bis zur Uni gebührenfrei sein. Junge Menschen brauchen insbesondere beim Übertritt ins Berufsleben Perspektiven und nicht Leiharbeit, Dauerpraktika oder ständig befristete Arbeitsverhältnisse. Dem wollen wir konsequent einen Riegel vorschieben.
Sowohl in dem Parteiprogramm der FDP als auch in dem Programm der Linken nimmt das Thema Bildung einen sehr hohen Stellenwert an. Was soll sich demnächst an unserem Bildungssystem in Baden-Württemberg verändern, falls Ihre Partei an der Landesregierung beteiligt sein wird?Es ist ungeheuer wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler bei der Einschulung tatsächlich schulfähig sind. Leider ist das heute bei vielen Kindern mit und ohne Migrationshintergrund nicht der Fall. Daran werden wir arbeiten. Wir haben schon in den letzten Jahren durchgesetzt, dass etwa eineinhalb Jahre vor der Einschulung eine Sprachstandserhebung durchgeführt wird und Kinder bei Bedarf gefördert werden. Da können wir noch mehr tun, und das werden wir anpacken, wenn wir wieder an der Regierung beteiligt sind. Dringender Handlungsbedarf besteht bei unserem Bildungssystem an vielen Stellen. Als erstes wird sich jedoch die Abschaffung der Studiengebühren verwirklichen lassen, so wie dies unter Mitwirkung der LINKEN in Hessen und Nordrhein-Westfalen geschehen ist. Ferner brauchen wir einen in Europa überall anerkannten Master-Regelabschluss und den Rechtsanspruch auf einen Masterstudienplatz. Ansonsten muss unbedingt mehr Geld ins Bildungssystem. Hier wird an der falschen Stelle gespart. Wir brauchen mehr Lehrer und dadurch kleinere Klassen und Schulgebäude in einem ordentlichen Zustand und einer zeitgemäßen Ausstattung. Mittelfristig muss das dreigliedrige Schulsystem überwunden werden, damit nicht weiterhin nach der 4. Klasse eine soziale Auslese erfolgt.
Für wie wichtig halten Sie es, dass sich auch junge Menschen mit Politik auseinandersetzen?Das finde ich extrem wichtig. Letztlich werden Sie, die jungen Menschen von heute, ja in der Welt leben, die wir Politiker heute gestalten. Natürlich verstehe ich, dass nicht jeder den Weg gehen möchte, sich in einer Partei zu engagieren - auch wenn ich mich über jeden jungen Menschen freue, der das tut. Aber Politik ist im Grunde Einsatz für die Gesellschaft, und es gibt dafür auch andere gute Möglichkeiten - zum Beispiel, in Vereinen oder Initiativen mitzuarbeiten, die sich mit lokalen Themen beschäftigen. Und manchmal ist es auch schon genug, die Tageszeitung oder eine gute Nachrichtenseite im Internet zu lesen und einfach politisch informiert zu sein - und natürlich wählen zu gehen, wenn man über 18 ist. Für äußerst wichtig. Anders kann unsere Demokratie auf Dauer nicht funktionieren. Außerdem sind neue Gedanken immer wichtig und für uns "Alten" ist es denke ich auch immer wieder gut, sich mit der Jugend und neuen Ideen auseinandersetzen zu müssen.
Welche Möglichkeiten bietet Ihre Partei Jugendlichen an, sich politisch zu engagieren? Junge Menschen ab 16 Jahren können Mitglied in der FDP werden und sind uns jederzeit willkommen. Wenn Sie Interesse haben, lade ich Sie herzlich ein, sich auf der Webseite www.fdp-bw.de unter dem Punkt "Regional"-"Gliederungen" zu informieren, wer der Ansprechpartner bei Ihnen vor Ort ist. Schon ab 14 Jahren kann man Mitglied bei den Jungen Liberalen (JuLis), unserer Jugendorganisation, werden. Die Webseite der JuLis ist www.julis-bw.de. Natürlich sind Sie auch auf den diversen Veranstaltungen der Landespartei und der Verbände vor Ort jederzeit gerne willkommen. Selbstverständlich hat auch die Partei DIE LINKE eine Jugendorganisation, die Solid. Leider, und das bedauere ich sehr, haben sich im Main-Tauber-Kreis noch keine jungen Menschen gefunden, einen Solid-Kreisverband zu bilden. Gerne würden wir das als Partei selbstverständlich unterstützen.
Gibt es noch etwas, was Sie an "uns" Jugendliche loswerden wollen?Sie alle wünschen sich einen erfolgreichen Schulabschluss, eine Berufsausbildung, die Ihnen zusagt, einen Arbeitsplatz und irgendwann vielleicht auch eine eigene Familie. Mit anderen Worten: Sie wünschen sich als junge Menschen eine erfolgreiche Zukunft, und Sie sind bereit, dafür auch etwas zu tun. Im Moment greift in der Politik bei manchen Parteien aber eine Stimmung um sich, als hätten wir in Deutschland schon alles erreicht und müssten uns nur noch zurücklehnen, um die Früchte unseres Erfolgs zu genießen - als wenn in 20 Jahren niemand mehr in Deutschland leben würde und das Licht ausgeht. Das stimmt natürlich nicht, und das werden Sie als junge Menschen am besten wissen. Um auf der Höhe der Zeit zu bleiben, müssen wir den Mut haben, Fortschritt zu bejahen und Neues zu wagen. Deshalb bitte ich Sie in Ihrem persönlichen Interesse, die Einstellungen aller politischen Parteien kritisch darauf zu untersuchen, ob sie einen Weg in die Zukunft weisen oder in jeder Neuerung nur Gefahren sehen. Ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn Sie dabei zu dem Ergebnis kommen, dass das Programm meiner Partei FDP die beste Zukunft für Sie und unser Land verspricht - ich bin jedenfalls davon überzeugt! Nehmt eure Zukunft selbst in die Hand. Eine fundierte Ausbildung ist heute wichtiger denn je. Seit neugierig und jederzeit offen für Neues aber auch für fremd erscheinendes. Freude bei der Arbeit ist wichtiger als schnell reich zu werden. Wenn ihr Karriere macht, vergesst dabei nie die soziale Verantwortung. Und zum Schluss: Bei allem Schulstress den ihr heute habt, vergesst nicht auch zu leben und auch mal zu feiern.


ArtikelschreiberInterview: Christoph Baumann MailChristoph.Baumann1@t-online.de







Werbung:
Werbung1
Werbung2
Werbung3
Werbung4
Werbung5
Werbung6
Werbung7
Werbung8
Werbung9
Werbung10
Werbung11
Werbung12
Werbung13
Werbung14
Click me, it will be preserved!

Click here to load new content