Studium: außerschulische Bildung


Liebe Schülerinnen, liebe Schüler!

Viele von euch sind der Meinung, dass die Schule anstrengend sei. Hier muss ich euch sofort auf den Boden der Tatsachen zurück holen. Ich kann euch nur raten, genießt den organisierten Schulalltag bis zum Ende, denn an den Universitäten ändert sich das ganz schnell. Egal, was ihr studiert, fast überall herrscht ein Durcheinander und jeder ist auf sich selbst angewiesen.
Es beginnt schon mit den Bewerbungen. Sorgfältig abgeschickt, muss man lange auf eine Antwort warten. So war es auch bei mir. Das Semester fängt Mitte Oktober an. Ich wusste vier Wochen zuvor immer noch nicht, wie mein zukünftiges Leben aussehen wird. Sehr frustrierend und beängstigend zugleich. Es stellen sich die Fragen: Was studiere ich konkret? Werde ich angenommen? Wo werde ich mein weiteres Leben verbringen?
Nach Erhalt einer Zusage steht die Immatrikulation und Wohnungssuche an. Das ganze Chaos geht also weiter.
Mein Studiengang (außerschulische Bildung) war wegen Fehlplanungen überfüllt. 160 Studenten sollten aufgenommen werden, jedoch teilte ich den Vorlesungsraum mit ca. 500 Studenten. Zu wenig Seminare wurde angeboten. Die Räume waren vollgestopft, nicht jeder hatte einen Sitzplatz, Dozenten konnten keine Vorträge halten, da sie in der Menge untergingen. Ganze vier Wochen lang ging ich zur Uni, um mir einen festen Platz in den Vorlesungen und Seminaren zu erkämpfen. Aber auch andere Studenten verschiedenster Studienrichtungen hatten das gleiche Problem. Man wird aus Veranstaltungen herausgelost und kann zusehen, wie man diese in den kommenden Semestern nachholt. Teilweise müssen Module aus höheren Semestern vorgezogen werden, um die Regelstudienzeit einhalten zu können.
Wenn der Stundenplan steht, was teilweise wirklich sehr viel Geduld durch die ganzen Veränderungen, die jedes Semester auftauchen, erfordert, kommen andere Fragen auf. An wendet man sich? Wer ist der zukünftige Ansprechpartner? Es sind keine Lehrer, keine Vertrauenspersonen oder Klassensprecher da. Die Dozenten und Professoren haben oft selbst keine Ahnung von den neuen Abschlüssen Bachelor und Master. So wird man von Person zu Person weitergereicht, und diese Schlange kann wirklich lang werden. Verzweiflung ist einem ins Gesicht geschrieben. Doch man muss hartnäckig wegen seinen offenen Frage bleiben, damit diese beantwortet werden und man an sein Ziel kommt.
Durch die neuen Abschlüsse Bachelor und Master wurde die Struktur der Universität verändert. In allen Proseminaren und Seminaren herrscht Anwesenheitspflicht. Teilweise werden auch in Vorlesungen Anwesenheitslisten herum gereicht. Man sitzt meistens nicht in kleinen Gruppen, sondern in Massen in einem Raum. Bei ein paar hundert Leuten sind die Dozenten teilweise nicht zu verstehen, da der Lärmpegel sehr hoch ist. Verpasstes muss selbstständig nachgearbeitet werden.
Jedes Seminar muss bei uns mit einer Hausarbeit, einem Portfolio oder Lerntagebuch, jede Vorlesung mit einer Klausur bestanden werden. (Wobei man hier sagen muss, dass dies von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich sein kann.) Am Ende des Semesters lastet ein enormer Druck auf den Schultern. Man hat drei bis fünf Klausuren zu schreiben, die meistens alle in der letzten Woche geschrieben werden. Den Verantwortlichen ist es egal, ob man 2 Klausuren pro Tag schreibt. Dies passiert oft. Stress ist vorprogrammiert, denn man darf nicht schlechter als eine Vier schreiben, sonst heißt es durchgefallen. Um auf Anhieb einen angemessenen Job zu erhalten, ist natürlich Voraussetzung, dass man konstant gute Leistungen erbringt. Nachdem die Klausurwoche vorbei ist, beginnen die Semesterferien. Im Frühjahr sind es ca. sieben Wochen, im Sommer ca. 13 Wochen. Diese Zeit dient aber nicht nur zum Ausspannen und Genießen, denn die Hausarbeiten müssen Mitte oder Ende der Semesterferien abgegeben werden. Das sind meistens vier Stück. Akkordarbeit ist angesagt. Tag und Nacht vor dem PC sitzen und schreiben. Hier ist alles hilfreich, was ihr in der Schule zu diesem Thema gelernt habt. Viele Kommilitonen haben noch nie zuvor eine Facharbeit erstellt. Sie gehen planlos an die Sache heran und wissen im Voraus, dass sie damit nicht glänzen werden. Deshalb ist es so wichtig alles Gelernte aus der Schule zu übertragen. Meine Vorteile waren enorm, da es unsere Aufgabe in Deutsch war, Hausarbeiten zu verfassen. Genau so wird das auch an den Universitäten praktiziert. Ich musste mich also nicht mit formalen Strukturen herum quälen, für welches nur wertvolle Zeit verloren geht.
Also liebe Schülerinnen und Schüler, WACHT AUF! Jetzt die Zeit nutzen, um das Gelernte auf das Studium zu übertragen, um sich daraus einen Vorteil zu verschaffen, sei es BWL, Mathe oder Deutschkenntnisse, Erlerntes zum Thema Hausarbeiten zu verfassen oder Referate vorzutragen. Vieles wird sich während eurer Hochschulausbildung wiederholen. Strengt euch an!!!

ArtikelschreiberArtikel: Clarissa Frank Mailclarissa-frank@web.de







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