Körperhaltung beim Vorstellungsgespräch


"Der Körper ist der Übersetzer der Seele ins Sichtbare". So lautet ein berühmtes Zitat des deutschen Schriftstellers Christian Morgenstern. Oftmals ist uns gar nicht bewusst, welche Signale wir bei der Arbeit, während eines Vortrages oder im Gespräch mit unseren Mitmenschen von uns preisgeben. Wir reden und reden und reden oder fuchteln mit unseren Armen herum oder tippeln mit den Füßen unruhig auf einer Stelle - alltägliche, dennoch gewohnte Gesten, denen wir uns ständig bedienen, ihre Aussagen aber vollkommen außer Acht lassen.
In einigen Situationen des Lebens können diese Angewohnheiten für uns jedoch zu einer bedrohlichen Falle werden. Was machen wir beispielsweise, wenn wir einen Vortrag vor tausenden von Menschen halten müssen, auf einem wichtigen Empfang eingeladen sind oder ein Vorstellungsgespräch haben? Diese Themen werfen zahlreiche Fragen auf und meist verbreitet sich schnell Ratlosigkeit. Doch das muss nicht sein. Hier in meinem Artikel greife vor allem den letzten Punkt auf und will somit für ein wenig Licht im Dunklen sorgen.
Jeder, der schon einmal zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen war, kann sich vermutlich noch recht gut an diesen Moment erinnern. Das lange Warten, bis man endlich an der Reihe ist, dann noch der Stress, die Aufregung und die schwitzigen Hände. Man ist vollkommen überfordert, da man ja alles richtig machen will und man genau weiß, wie viel auf dem Spiel steht, wenn man versagt. Gerade jetzt, in dieser Situation, in der sich die Angst vor dem Versagen immer weiter ausbreitet, ist man wie gelähmt und weiß nicht mehr, was richtig oder falsch ist, was man sagen oder besser nicht sagen und vor allem, wie man auftreten soll. Das Selbstbewusstsein ist wie weggeblasen und man fühlt sich wie eine kleine Maus zwischen den riesigen Pfoten einer Katze - völlig hilflos. Dieser ganze Ablauf hat natürlich auch sehr viel mit der Einstellung und der Denkweise des Betroffenen zu tun, wie es sich sicherlich aus psychologischer Sicht leicht erklären lassen würde. Dennoch bin ich überzeugt, dass einiges besser ablaufen würde, wenn man sich im Vornherein ein wenig mit dem Thema "Vorstellungsgespräch" beschäftigt, denn das Schlimmste, was man machen kann, ist unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch zu gehen. Das wäre genauso, als würde man ohne auch nur das Geringste gelernt zu haben eine Klassenarbeit schreiben - das kann nur schief gehen!

Ganz wichtig ist, dass das Gesagte in der ersten Begegnung mit dem Fremden im Vorstellungsgespräch keine so große Rolle spielt, sondern der erste Eindruck das Entscheidende ist, denn dieser lässt sich bekanntlich nicht mehr ausbessern. Laut wissenschaftlichen Untersuchungen gehen 90% des Eindrucks, den wir hinterlassen, auf die äußere Erscheinung, das Auftreten, das Charisma, und den Klang der Stimme zurück. Nur 10% sind für das Gesagte verantwortlich.

Diese 90% haben eine Gemeinsamkeit - die Körperhaltung. Daher wird deutlich: Ohne die richtige Körperhaltung ist das Vorstellungsgespräch verloren, sie ist das A und O!
Es ist somit ungeheim wichtig, dass wir gerade in solchen Situationen unsere ungewollten Signale kontrollieren, denn diese entscheiden in einem Bruchteil von Sekunden über Sympathie oder Antipathie.
Bei einem Bewerbungsgespräch wird von den Personalchefs immer großen Wert auf das Verhalten im Sitzen oder Stehen gelegt, doch durch was zeichnet sich nun die perfekte Sitzhaltung aus?
Viele Menschen setzen sich liebend gerne mit überkreuzten Beinen auf einen Stuhl, doch was diese nicht wissen, dies ist ein deutliches Zeichen für geringes Durchsetzungsvermögen. Gerade in wichtigen Gesprächen sollte auf die korrekte Sitzhaltung geachtet werden. Sitzen Sie entspannt auf ihrem Stuhl, also weder steif noch lässig. Gesprächsbereitschaft wird nämlich nur durch eine offene Haltung signalisiert. Man sollte darauf achten, dass man eine möglichst große Sitzfläche beansprucht. Auf keinen Fall sollte man als Bewerber unruhig auf der Stuhlkante Platz nehmen. Des Weiteren sollte darauf geachtet werden, dass die Beine immer zum Gegenüber zeigen und etwa in einem Abstand von 20-30 cm nebeneinander stehen.
Im Stehen muss man auf einem festen und sicheren, vor allem aber auch selbstbewussten Stand achten. Denn wer sicher steht, hat einen ausgeprägten Realitätssinn, sagt der Volksmund. Am leichtesten lässt sich hier der altbewährte Klassiker anwenden, der sich immer noch als Erfolgsgarantie entpuppt: Kopf hoch, Bauch rein, Brust raus. Denn eine gerade Haltung zeigt auch immer einen aufrechten Charakter.

So, das waren jetzt ganz schön viele Informationen auf einmal. Um diese verarbeiten zu können, stelle ich jetzt in einer kleinen Auflistung noch einige weitere Hilfestellungen dar. Manchmal ist es wirklich faszinierend, was unser Körper ungewollt von uns preisgibt, aber sehen Sie selbst.


img3img3img3
img3


Hinweis:

Auch diese Dinge sind wichtige Punkte und sollten unbedingt wahrgenommen werden.

- Schmale Fußstellung, leicht eingeknickte Beine und nach vorn hängende Schultern zeigen dem Gesprächspartner die Unsicherheit.
- Die Hände nicht in die Stuhllehne klammern.
- Auch Bewerber, die ständig in Bewegung sind, sprich keinen ruhigen Stand haben oder auf dem Stuhl unruhig herumrutschen, haben mit großer Wahrscheinlichkeit keine guten Chancen den Job zu bekommen.

img3

Hier noch stichpunktartig einige Punkte, die in einem Gespräch positiv erscheinen:

- Körperliche Annäherung
- Sich ganz dem Gesprächspartner zuwenden und sein Verhalten spiegeln
- Klare, deutliche Aussprache, vor allem mit Bentonungen
- Gelegentlich auch mal mit dem Kopf nicken.
- Lockere, unverkrampfte Haltung
- Beugen Sie sich beim Reden leicht nach vorn.

Bevor ich jetzt zum Ende meines Artikels komme, möchte ich hier noch einen letzten, wichtigen Punkt aufführen. Der Abstand zwischen zwei Menschen ist nämlich ein klassisches Ausdrucksmittel. Jeder Mensch hat quasi seinen eigenen Schutzraum, der ihn umgibt. Gerade im Vorstellungsgespräch sollte man diese Zone des anderen wahren und die Annäherung in diesen Bereich unterlassen, denn sonst stellen sich beim Gesprächspartner sehr schnell Gefühle des Unwohlseins ein und das Vorstellungsgespräch ist bereits vorbei, ohne dass es richtig angefangen hat. Zur Verdeutlichung und Einprägung hilft folgende Zeichnung:

img3

So, ich hoffe aus einer Vielzahl von Informationen das Wichtigste und Hilfreichste vermittelt zu haben. Es lohnt sich also, auf die körperlichen Signale zu achten. Sie sagen mehr über den Charakter und die Gefühlslage aus, als es Worte könnten.

Quellen:
http://www.philognosie.net/index.php/tip/tipview/564/ 04.08.08
http://www.uni-saarland.de/fak5/krause/nonverb.htm 04.08.08
http://emw.fh-potsdam.de/Users/itdm/knicol/Websites/mehrabian.html 04.08.08
www.focus.de/jobs/karriere/softskills/koerpersprache/koerperhaltung_aid_5467.html 04.08.08
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/26/300024/bilder/ 04.08.08


ArtikelschreiberArtikel: Katharina Höland Mailkatharinahoeland@gmx.de

Mein Fotomodell: Stefanie Leuchtweiß








Werbung:
Werbung1
Werbung2
Werbung3
Werbung4
Werbung5
Werbung6
Werbung7
Werbung8
Werbung9
Werbung10
Werbung11
Werbung12
Werbung13
Werbung14
Click me, it will be preserved!

Click here to load new content