Typische Fehler beim Vorstellungsgespräch


Das Schuljahr neigt sich dem Ende - die Zeit der Bewerbungen naht. Schon beim Bewerbungsschreiben trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Weg bis zum Vorstellungsgespräch ist bekanntlich steinig und schwer, zunächst lauern einige Stolperfallen im Bewerbungsschreiben, die einen zu Fall bringen können. Doch diese erste Hürde meistert man in Zuversicht, indem die Bewerbungsunterlagen die eigene Visitenkarte symbolisieren, die gleichzeitig die Fahrkarte bis zur nächsten Haltestation "Vorstellungsgespräch" darstellt. Eine zweite Chance auf den Pfad Richtung Vorstellungsgespräch zu gelangen hat man nicht, der erste Eindruck des Bewerbungsschreibens muss makellos sein!

img3Wenn die Füße einen auf dem holprigen Weg nun bis zum Vorstellungsgespräch getragen haben, geht es in die entscheidende letzte Etappe. Mögen die Kieselsteinchen auch noch so klein sein, selbst sie können den Bewerber auf der Zielgeraden stolpern lassen. Zu den steinigen Hindernissen, die nur all zu oft einen schmerzhaften Sturz auslösen, zählt schmutzige und ungepflegte Kleidung, die der Branche nicht angepasst ist. Doch in jedem Fall soll sich der Bewerber in seinem Outfit wohlfühlen, denn Authentizität ist der Schlüssel, der die Tür am Anfang des Pfades öffnet. Genauso gut können flatternde Augenlider, das Starren auf die Tischplatte, andauerndes Umherschweifen des Blickes oder das ständige Fixieren des Gesprächspartners Kriterien des Scheiterns sein. Lässiges Herumlümmeln, eine gekrümmte Sitzhaltung, vor der Brust verschränkte Arme und die Tatsache, dass man sich vom Gesprächspartner abwendet, sind allerdings noch weniger empfehlenswert. Des Weiteren sind nervöse Gestiken, wie zum Beispiel das Herumspielen mit der Halskette, zu unterlassen, wenn man sich nicht vom Weg abdrängen lassen will. Selbst eine übertrieben flapsige Sprache kann einen Kieselstein verkörpern, da vermutet wird, dass der Bewerber nichts richtig ernst nimmt. Wenn der Personalchef Verdacht schöpft, dass der Stellenanwärter mit seinen Hobbys im Lebenslauf nur Eindruck schinden wollte, hakt er oftmals präzise nach. Dieses Hindernis, das nicht selten zum peinlichen Stolpern führt, sollte man sich also nicht selbst aufzwingen. Wer den derzeitigen Bundespräsidenten oder die aktuelle Kanzlerin jedoch nicht nennen kann, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Lücken in der Allgemeinbildung ihn zu Fall bringen. Das Gesprächsverhalten allgemein stellt also einen besonders großen Stein dar, der mit unstrukturierten Antworten, ständigem Abschweifen von der eigentlichen Fragestellung und Nicht-zum-Punkt-kommen-Können ins Rollen gebracht wird. Man kann sich jedoch leicht eine sichere Gehhilfe beschaffen, indem man Fragen, wie zum Beispiel "Warum sind ausgerechnet Sie der Richtige für den Job?", begründend beantworten kann. Hindernisse, die den Weg zur Ausbildung komplett verbauen können, sind unangemessene Sprüche, beispielsweise "Eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes". Einige Stolperfallen kann man eigenhändig aus dem Weg schaffen, wenn man nur über die betreffende Firma Bescheid weiß, denn gut informiert ist halb gewonnen und ganz nebenbei kann man sich auf diese Art und Weise ohne "Flugzeuge im Bauch" präsentieren. "Ja"- und "Nein" Antworten transportieren einen auch keinen Schritt vorwärts, vielmehr sollte man seine Aussagen begründen können und konkrete Beispiele nennen, um den Weg Richtung Ausbildung stetig zu verkürzen. Ein weiterer versteckter Kieselstein können allgemeine Umschreibungen sein, die auf jede Firma übertragbar sind und keinen Inhalt haben. Wenn man sich jedoch konkret auf das gewünschte Unternehmen bezieht, ist man gegen derartige Hürden gewappnet. Wichtige Wegweiser sind auch die Vorstellung mit dem vollen Namen sowie ein kräftiger Händedruck, der weder zu lasch noch zu übertrieben ausfallen darf. Um an den zahlreichen Wegkreuzungen nicht falsch abzubiegen, sollte man erst nach Aufforderung Platz nehmen und sich den Namen des Gesprächspartners einprägen, um ihn während des Gespräches persönlich anreden zu können. Leider führen in Sachen Vorstellungsgespräch nicht alle Wege nach Rom. Wer sich eine Zigarette anzündet oder ein alkoholisches Getränk annimmt, schlägt zweifelsohne die falsche Richtung ein. Auch derjenige, der den Gesprächsablauf zu sehr dominiert und übertriebene Gefühlsausbrüche als Überzeugungsmittel nutzt, wird wohl nie in Rom ankommen. Ferner ist Überheblichkeit sogar die erste Leitersprosse auf dem Weg nach unten. Außer Frage steht, dass die Reise mit einer Prise Freundlichkeit und einem Hauch Aufmerksamkeit im Rucksack doch gleich viel unbeschwerlicher erscheint. Freilich kann es nicht schaden, wenn man die Fähigkeit einpackt zuzuhören, sodass der Gegenüber nie den Eindruck hat, dass er an einem vorbeiredet. Wenn man etwas nicht versteht, so kann man im Vorstellungsgespräch gerne höflich nachfragen, dies bestätigt nicht nur das vorhandene Interesse, sondern zeugt auch von Aufmerksamkeit. Alle Signale und Informationen, die man auf seinem Weg dem Personalchef zukommen lässt, werden gedeutet. Auch wenn der Berg noch so steil erscheint, muss man stets auf das Aussehen, die Körpersprache und seine Ausstrahlung Acht geben. Um die Stolperfallen zu umgehen, bringt es rein gar nichts, sich zu verstellen oder etwas zu versprechen, was man nicht halten kann. Vor allem aber muss man ganz sich selbst sein und seinen eigenen Laufstil finden, denn ein zu hastiges Tempo kann schnell Blasen an den Füßen verursachen und auch mit einer zu verkrampften Einstellung ("Ich muss die Stelle unbedingt kriegen...") kommt man nur schleppend voran. Fehler machen ist menschlich, doch besonders ärgerlich wirkt es, wenn eben gerade die Kieselsteine für den Sturz verantwortlich sind, die man mit guter Vorbereitung kaum hätte übersehen können.

Leider gelingt es nicht jedem, die Spur zu halten. Diese Bewerber beispielsweise scheinen den richtungsweisenden Kompass vergessen zu haben, was sie vom richtigen Weg hat abkommen lassen: Ein Bewerber brachte seine Mutter zum Vorstellungsgespräch mit - er war 43 Jahre alt! Ein anderer bat den Gesprächsführer, sich zu beeilen, da er keine Zeit für ein langes Bewerbungsgespräch habe. Auch gab es schon den merkwürdigen Fall, dass ein Bewerber auf die Toilette flüchtete und nicht wieder zurückkam. Bewerbungsgespräche können scheinbar nicht absurd genug ablaufen, doch mit dem passenden Schuhwerk und dem geeigneten Reiseproviant kommt sicherlich jeder einmal ans Ziel! Spätestens während der Bewerbungszeit wird ein jeder etwas Wahres an dem Sprichwort "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg" erkennen.

Um endgültig alle Stolpersteine aus dem Weg zu räumen, muss man schlichtweg folgende typischen Fehler vermeiden:
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ArtikelschreiberArtikel: Ramona Veith MailRamona.Veith@t-online.de









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