Sarah goes to Ghana

Berichte meines Freiwilligendienstes

 

Serie: Aktuelle Berichte aus einer afrikanischen Schule 1. Teil

Mein Name ist Sarah Lauer, ich komme aus Großrinderfeld und bin 21 Jahre alt. Nach meinem Abitur am Wirtschaftsgymnasium Tauberbischofsheim und einem Freiwilligen Sozialen Jahr habe ich mich dazu entschlossen, mich für das “weltwärts”-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zu bewerben. Genauer gesagt bei VIA e.V., meiner Entsendeorganisation. 
Seit dem 18.09.09 bin ich nun in Ghana, und zwar in Cape Coast, Hauptstadt der Central Region. In dieser Stadt gibt es sehr viele Schulen und auch die Universität hier soll sehr gut sein. Ich arbeite dort für ein Jahr in einer Schule für geistig behinderte Kinder, der “Aboom Special Needs School”.


Die Schule ist mit ungefähr 25 Kindern sehr klein. Es gibt nur 2 Klassenzimmer für 5 Klassen, deshalb werden 3 Klassen im Vorraum der Schule unterrichtet. Dieser Umstand wirkt sich natürlich nicht sehr positiv auf den Lärmpegel aus. Eigentlicher Schulbeginn ist um 8 Uhr, doch der Unterricht an sich fängt meistens erst so gegen 9 an. Bevor die Kinder in ihre Klassenzimmer gehen, wird erst gemeinsam gebetet, auch bevor sie nach Hause gehen. Gebetet wird generell sehr viel und auch die Lieder, die in Schulen gesungen werden, sind fast immer religiös. Am weitesten verbreitet ist das Christentum, doch es gibt auch viele Muslime. Mittwochs ist in jeder Schule Gottesdienst. Manchmal kommt dafür extra ein Priester, bei mir machen das die Lehrer selbst. Da die Kids bei uns ja geistig behindert sind, ist der Gottesdienst sehr einfach gestaltet und besteht hauptsächlich aus Singen und einem kurzen Bibelzitat. Bis ungefähr halb zwölf ist dann Unterricht, in dem ganz grundlegende und einfache Sachen beigebracht werden: Alphabet, Zahlen, Körperteile, Kommunikation, etc. Die Unterrichtsmethoden sind sehr abwechslungsreich und recht modern. Die Lehrer gehen größtenteils echt toll mit den Kindern um und machen auch viel Spaß mit. Wenn sie nicht hören, wird aber leider trotzdem hin und wieder der Stock benutzt. Allerdings wesentlich seltener, als es hier sonst leider immer noch üblich ist. Dennoch ist das immer eine sehr schwierige Situation für mich. 

Danach wird gemeinsam gegessen. Gekocht wird auch selbst, es gibt einen Herd und einen Kühlschrank in einem der beiden Klassenzimmer. Dafür muss aber auch jeder täglich 50 ps zahlen (ca. 25 Cent). Das ist hier aber nicht üblich, in den meisten Schulen holt man sich in den Pausen was bei den netten “Kantinenfrauen”. Denn jede Schule hat einen Stand in unmittelbarer Nähe, an dem man sich Essen, Getränke und Süßigkeiten kaufen kann. Ähnlich wie in Deutschland. Nach dem Essen sollte dann, laut Stundenplan, eigentlich noch mal Unterricht stattfinden. Das kommt aber so gut wie nie vor, da die Kids nach dem Essen einfach zu müde und unkonzentriert wären. Die Lehrer sitzen dann meistens gemütlich in der Runde und unterhalten sich. Die Mädels, die fit genug sind, räumen auf, kehren und spülen und der Rest spielt oder macht, was er will. Um eins wird dann wieder gemeinsam gebetet und danach können diejenigen, die alleine heimkönnen, nach Hause. Die anderen werden nach und nach von Familienmitgliedern abgeholt.

Soviel erstmal zur groben Struktur und zum Alltag in meiner Schule. In anderen Schulen sieht das natürlich ganz anders aus, da meine eben sehr speziell ist. Doch es ist grundsätzlich um einiges unstrukturierter und chaotischer als in Deutschland, funktioniert aber trotzdem immer irgendwie - soviel kann ich nach der kurzen Zeit schon sagen… 

Artikel: Sarah Lauer SarahLauer1988@web.de

 

 

 

 

 

 

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